Eine der wichtigsten Aspekte des Reisens ist das “wo”. Wo bin ich? Wo war ich? Wo geht’s hin? Dafür haben wir Menschen uns ein paar Wege ausgedacht, wie man sowas ausdrücken kann. Wir haben vielen, aber nicht allen, Plätzen auf der Welt einen Namen gegeben.

Das klappt, wenn man irgendwo ist, wo das der Fall ist. “Ich bin in Paris, 300 Meter direkt südlich des Eifelturm”, das geht. In der Mitte des ewigen Eises oder eines Slums in Bogota… nicht so ganz.

Dann gibt’s Hausnummern und Addressen. Das funktioniert nur, wenn da auch ein Haus mit einer Addresse steht.

Wenn man’s genauer will, und unabhängig von Hausnummern oder Wahrzeichen, dann gibt’s Koordinatensysteme. Longitude und Latitude sind bekannt, dazu gibt es auch noch den Denso Code der auf 9 Meter akkurat ist, Maidenhead, ETRS89, und gefühlte 2,000 oder so Andere.

Der einzige Nachteil: all diese Systeme sind ganz schön maschinenfreundlich und menschenfeindlich. Wer kann sich schon 50.2568600,8.6418400 oder 50° 15′ 24.70’’ N,8° 38′ 30.62’’ E merken? Ich nicht.

Selbst Adressen sind nicht ganz so toll wenn man unterwegs ist. Bloc 76, Strada Ceahlăul 11 București 060373, Romania, ja, merke ich mir… nicht.

Damit kommen wir zu what3words. Einfach gesagt, die Damen und Herren von w3w haben die Welt in 3 Meter weite Quadrate unterteilt, und diesen dann einen einfachen, einmaligen, Namen gegeben. Mein Büro steht, zum Beispiel, in savings.appetite.garage (Link zur Karte). Sowas merkt man sich einfacher. Die drei Wörter kann man dann auch, wie im Link gesehen, ganz schnell mal nachschlagen und in eine Adresse recodieren.

“Wir sind am Bahnhof, komme zu upset.skewed.ants” ist einfach zu sagen und auf 3 Meter genau. Nie wieder am falschen Eingang stehen!

Bleibt da noch das Sprachproblem. Nicht jeder spricht Englisch, dann ist das mit dem Merken auch nicht mehr ganz so einfach. Oder vielleicht doch. zentrum.waage.ausbeute ist nämlich auch möglich, und zeigt auf das selbe Quadrat. Oder nipe.kutambuliwa.kinara (das ist Kiswahili). неустойка.сдача.колено ist das Ganze in Russisch, und kral.mektup.zayıf in Türkisch. Nett, eh? Wenn ich meinen schwedischen Freunden erkläre wie man zum Dom in Frankfurt kommt, dann wäre das famn.vampyr.delegering.

Natürlich hat so ein System ein paar kleine Nachteile. Wörter lassen sich ganz schlecht in Distanzen umrechnen. Aus einer LatLong Adresse kann man zur Not mit dem Bleistift errechnen wie weit sie entfernt ist. Für what3words muß man entweder den Server fragen oder die Datenbank aller Quadrate in der verwandten Sprache zur Übersetzung offline bereit haben. Glücklicherweise ist die bloß 12MB groß und fast jeder hat heute Zugang zu einem Computer oder Handy. Damit kann man dann die LatLong ermitteln und sich, wenn’s denn sein muß, auch wieder mit dem Stift an’s Rechnen machen. Wenn man aber sowieso schon einen Computer hat kann man den das gleich auch machen lassen.

Im Großen und Ganzen löst w3w eine ganze Menge Probleme. Schade nur, daß es so wenig bekannt ist. Das wird sich aber hoffentlich ändern. Ich, für meinen Teil, schreibe schon fleißig eMails und versuche es in Apps und Webseiten eingebaut zu bekommen.

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