Ich versuche, auf mikka.is so transparent wie möglich zu sein. Wo ich Interessenskonflikte habe, werden diese aufgedeckt, wo ich starke Meinungen ohne Nachweis habe, sage ich das auch. Das schützt natürlich nicht vor Schwurbel, und deshalb muß eine Kommentarfunktion her, mit der mich meine Leser (idealerweise ohne dass ich ich das Ganze „rightthink“-zensieren kann) hinterfragen, richtigstellen, oder auch für doof erklären können.

Blog-Kommentare funktionieren nicht. Platzierung und die neurologische Realität der vermiedenen Kognitivdissonanz machen Diskussionen in Kommentaren nutzlos. Stattdessen habe ich jetzt für Monate nach einer Lösung gesucht und, auch wenn nicht ideal, Hypothesis auf der Seite installiert. Hypothesis ist Open Source, Community-gestaltet, und wird von einem Non-Profit betrieben, welches die Annotation des Web aus #keinschwurbel-Gründen für eine gute Sache hält. Das tu‘ ich auch, auch wenn mich der Registrierungszwang auf Hypothesis‘ Webseite ein bisschen nervt.

Das Endergebnis ist jedoch, dass jeder meine Sachen fact-checken und debattieren kann. Und das nicht nur in der Echochamber des eigenen Facebook-Accounts oder Freundeskreises sondern genau hier, wo bestimmt verschiedene Meinungen mehr als nicht aufeinanderprallen. (siehe z.B.:  Ja, lieber Hans Söllner… oder Was Homöopathen zu Wissen Glauben oder Top 5 “Komplementär- und Alternativmedizin” Falschaussagen.)

Also Annotationen…

Persönlich habe ich ein Problem mit Blogs ohne Kommentare. Diskussion entsteht nicht aus Proklamation sodern aus Proposition, wer etwas meint, der muß auch mit den anderen Meinungen umgehen können. Gleichzeitig sind natürlich persönliche Angriffe nie OK, und deshalb muß eine gute Moderation immer mit dabei sein. Aber wenn ich mir anmaße den Mund aufzumachen, dann muß ich mich auch mit der damit verbundenen Arbeit abgeben wenn ich nicht unter Gegenargumenten oder Beleidigungen untergehen will. Das gehört dazu. Blogs ohne Kommentarfunktion sind genau so asinin wie Vorträge ohne Q&A oder Vortragende, die sich nach dem Vortrag verstecken.

#keinschwurbel bedeutet auch, dass man sich seiner Aussagen versichert und diese Versicherung auf Anfrage vorzeigen kann. Wenn man Anderen die Möglichkeit nimmt, diese Anfrage zu stellen, dann ist das Schwurbel, nicht Wissenschaft. Und deshalb gibt‘ auf mikka.is ein Annotations-Tool.

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