Auf dem BarCamp München hatte ich mich mit einigen Anwesenden über mein Notizsystem (welches ich auch für die versprochenen Papers verwendet hatte) unterhalten. Da ja anscheinend etwas Interesse besteht, hier das Setup.

Zum Aufschreiben verwende ich MWeb (ich schreibe das hier gerade in dem App auf meinem iPad) oder Ulysses. Beide sind extrem gute Markdown Editoren, der Eine kann mit Bildern und Exports besser (MWeb), der Andere ist etwas aufgeräumter und hat viel bessere Dokumentation in Englisch. Glücklicherweise haben Beide sowohl eine iCloud Backup Funktion und können auch in „externe“ (aka im Dateisystem) Verzeichnisse schreiben, also kann ich je nach meinem Tagesgefühl wechseln. Bear habe ich wegen der fehlenden „external“ Funktion, und der Tatsache, daß ich leider keine Formatierungen für die ausgegebenen PDF oder HTML Exports verändern kann, zwar gekauft, verwende ich aber nicht. Was schade ist, Bear geht mit Links besser um als die Beiden, bleibt aber auch bei Kategorien und Tags hinten an.

Beide haben auch iPad/iOS Versionen, die ich, je nachdem wo ich bin, auf dem iPad oder iPhone zum schnellen Nachschauen, aber auch zum Nachbearbeiten verwende. Als erweiterte Markdown Editoren (MWeb verwendet GitHub Flavored, Ulysses Extended Markdown) kann ich auch ohne viel GUI auskommen.

Um meine Sachen dann zu publizieren gehe ich entweder die GitHub Route, schreibe die Markdown-Datei halt in ein externes Verzeichnis (dann kann Ulysses leider gar nicht mehr mit Bildern, MWeb kann noch), welches auch ein lokales Git Checkout ist, oder benutze die ganzen Publishing funktionen. Hier glänzt MWeb wieder, weil es externe Image Hosts zulässt, und die lokalen Bilder dort hin (API, Google Photos, Imgur, etc.) hochläd und die IMG Tags anpasst.
Alternativ benutze ich GoodSync, mit welchem ich ein lokales Verzeichnis mit meinem S3 Bucket auf Amazon synce. Damit kann ich, für Vorträge und Anderes, auch schnell einen Wegwerf-Container machen, in dem weiterführende Informationen bis zur endgültigen Verlegung ausliegen.

Mweb kann noch mehr: es kann Jekyll und Hexo Blogs lokal bearbeiten und bringt sogar sein eigenes Jekyll-basiertes Blog-System mit, mit dem man statische Blogs schreiben kann und dann auf, z.B. S3 publizieren. So habe ich auf anderen Veranstaltungen, an denen ich mitorganisiert habe, schnelle Blogs in Minuten zusammenbröseln können und auf S3 in einem mit einer Subdomain verlinkten (<event>.mikka.is) Bucket publiziert. Drei Minuten, fertig.

Weitere Funktionen von MWeb, wie das LaTeX Modul oder Tabellen, die auch wie Tabellen aussehen, auf dessen Webseite.

Ich bin kein Nerd. Elaborate fswatch/iowatch Setups und vim/Emacs sind mir einfach zu viel Arbeit. Das kostet Zeit, die ich mit Forschung verbringen könnte. Dafür zahle ich auch gerne die 14.99€ für MWeb und was auch immer S3 diese Woche kostet (34 cents letzter Monat) um ein Blog (mikka.is wird auch mit MWeb in Richtung WordPress publiziert), Daten-Storage, und die besten verteilten Notizen (mit Suchfunktion, etc.) die ich mir vorstellen kann, zu haben.

 

 

One Comment on “Notetaking, die #bcmuc Erklärung”

  1. Das System muss dem Benutzer passen – nicht umgekehrt. Ich nutze viel vim & Co, da ich extrem viel Zeit auf der Kommandozeile verbringe. Allerdings würde ich für solche Sachen wie Notizen, Gesprächsprotokolle, Folien et cetera pp. nie vim verwenden, sondern ein dafür besser geeignetes Programm.

    Unsere Firmenwebseite wird, obwohl wir ein IT-Unternehmen sind, nicht mit einem klassischen CMS generiert, sondern aus Textfiles generiert – ähnlich Jekyll. Es kann schnell und einfach bearbeitet werden, die Einarbeitung zum Anlegen neuer Seiten geht gegen Null, es ist im Betrieb viel sicherer als alle interaktiven Systeme und ich brauche auch keine Kommentarfunktion.

    Beim Schreiben von Notizen und Gesprächsprotokollen verwende ich andere Editoren, welche mir bestimmte Funktionen bieten – z.B. die automatische Kennzeichnung der Zeit und halb-automatische Kennzeichnung des Menschen, dessen Gelaber ich gerade mitschreibe.

    Die Kosten dabei sind relativ egal, wenn man den alternativen Zeitaufwand betrachtet und bedenkt, was einem die Bequemlichkeit alles ersparen kann.

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