Eine Burg, mehrere Seen, ein Steg, und “die Düütschen”

Hinter Winterthur geht’s bergauf, zur Kyburg. Diese Habsburger Burg plus kleines Dörfchen hatte freundliches Essen und Trinken, einen Stempel (Hurrah), aber leider auch Regen im Angebot.

Man sollte denken, dass 400 Höhenmeter kein Problem sind, aber irgendwie hat mich der Aufstieg zur Kyburg dann doch geschafft. Aber immerhin wurde ich an diesem Abend mit der Ankunft in Pfäffikon und dem Pfäffikersee belohnt.

Eine Kurze Anmerkung: dass es in Teilen der Schweiz so viele Dörfer und Städte mit der -ikon Endung gibt haben wir den Alemannen zu verdanken. Diese nannten ihre Gehöfte gerne nach dem Besitzer, Böbingen zum Beispiel, wörtlich “das Gehöft des Böb”. Das findet man heute noch in weiten Teilen, Münsterlingen, Kreuzlingen, Sindelfingen, oder Ratingen. In der Schweiz wurde aus dem -ingen über die Jahre ein “-inga” und später “-ika” oder “-iko” und im 15. bis 17. Jahrhundert dann das -ikon.

Aber das ist noch nicht die ganze Geschichte. Nach den Alemannen bürgerte es sich ein, Gehöfte mit -hova, also “-hofen” zu benennen. Aus Erpfratinchova wurde irgendwann einmal Efretikhova und, weil’s ja so schön ist, Efretikon. Das gilt, u.A. auch für das nahegelegene Makisinchova (Mesikon).

Pfäffikersee, Pfäffikon

Die Wanderung von Pfäffikon (ZH, es gibt auch ein Pfäffikon Schwyz) am nächsten Tag war die landschaftlich schönste, erst entlang dem Pfäffikersee (mit Einkehr in einer Besenbeize), dann erst durch ein Moor und dann durch einen schönen Wald nach Rapperswil.

Wetzikon, Pfahlbauten am Ende des Pfäffikersees

In Rapperswil angekommen ging es dann in die dortige Pilgerherberge. Die Herberge ist die Beste vor Spanien (und zieht ziemlich mit Zubiri gleich, auch wenn das dortige Abendessen schon ein Traum ist). Meine Freude über die tolle Unterkunft konnten auch die beiden Düütschen nicht trüben, die sich genau wie die Arschlöcher aufführten, die die Schweizer so gerne heraufbeschwören. Zwischen lautstarken passiv-aggressiven Unterhaltungen im Nebenzimmer, so gestaltet dass wer auch immer “nicht” angesprochen war das auch hören musste, und dem ständigen Flüstern wenn sie im Zimmer waren, komplett mit “tssk tssk” Geräuschen und Blicken in die Richtung des Subjekts der Unterhaltung, hab sogar ich mich fremdgeschämt.

In Herbergen gilt ein einfaches Gesetz: man packt am Abend. Was man nicht packt, Wäsche zum Beispiel, packt man außerhalb des Schlafraumes, wenn Menschen noch im Zimmer schlafen. Nicht so diese beiden Düütschen, um 6:30 Uhr wurde mal schnell geföhnt, lautstark gepackt, und dann rausgetrampelt. Danke!

Am Obersee vorbei dann diese Zaunbretter:

Irgendwie ziemlich cool, oder?

Bald geht’s weiter auf dem Camino durch Spanien. Bis dahin werde ich wohl ein paar Postings über die Vorbereitung zur “großen” Pilgerschaft schreiben, mich noch ein bisschen mit dem Abspecken meiner 6kg “everyday carry” beschäftigen, und den Podcast anfangen.

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