Make your Camp more BarCamp

Nagut, Oliver, dann ziehe ich das mal aus den Tweets heraus und in ein Dokument. Die Frage ist also, wie man das BarCamp in DE inklusiver und gleichzeitig offener gestalten könnte. Wir haben ja einige Themen, aber laß uns mal über die "Intro Session" reden, und dann von da in den kommenden Wochen nach außen ziehen.

Wie Du weisst, bin ich "gegen die Hashtags", was mir sowohl lauten Applaus als ziemliche Häme eingebracht hat. Meine Gründe habe ich dargelegt, auch ein paar Ideen, aber was das Ganze nach Hause getrieben hat, war ein Satz von Dir, mit dem ich endlich etwas mehr Klarheit bekommen habe:

SEHR klassische ChaosBarcamps mit echtem “Camp”(ing)charakter würde ich anders nennen. GeekUp oder sowas.

Oliver Gassner — MARCH 18, 2018 AT 2:00 PM

Also anerkennen, dass sich das BarCamp weiterentwickelt hat, ein Fork des originalen BarCamp ist, und dass die Ur-Sourcecode des BarCamp sich anders nennen sollte, weil der Fork in DE bekannter/weiter verbreitet ist.

Das ist ein fairer Gedanke. Auch dass sich, wie Tesa oder Spüli, die Idee des "Stadt+Camp" also "NYCamp" oder "AustinCamp" nicht durchgesetzt hat, und sich jetzt auch Camps in Kleinoberrhode "Bay Area Camp" nennen, das kann man irgendwo verstehen.

Also, was tun?

Hier ist meine Idee. Zuerst scrappen wir mal die ganze Intro Session. Stattdessen machen wir am ersten Tag bis 11 keine Planung. Moment, nicht auf den Stuhlrand rutschen und an's Keyboard, ich erkläre.

BarCamps sollten eigentlich alle zwei Dinge haben: ein Wiki und einen BackChannel, also IRC oder Slack oder so. Auf dem Wiki wird die "Was ist ein BarCamp" etc., die organisatorische Seite, etc. schon vor Beginn des Camps bereitgestellt. Im BackChannel und auf dem Wiki werden last minute changes angekündigt. So ein BackChannel hat auch den Vorteil, dass er nach dem Camp auch noch besteht und zur Planung des nächsten Camps, der Suche nach Volunteers, und zur Nachbearbeitung von Sessions benutzt werden kann.

Am ersten BarCamp Tag, in diesem Session-freien Zeitraum, wird eine Intro-Session angeboten, auf der man sich beschnuppern und vorstellen kann. Wer eine Session halten will, der muß sich vorstellen, damit die Besucher eine Idee haben, wem sie da in eine Ecke oder einen Raum folgen. Wer keine Session anbieten will, der kann, soll, darf, und es wäre schön wenn, kommen. Darf und "es wäre schön wenn" sich auch vorstellen.

"Hey, ich bin der Mikka, ich bin Neurowissenschaftler aus Frankfurt, meine Hobbies sind BarCamps und BDSM Unfälle verarzten. Ich bin auch einer von denen, die ihr ansprechen könnt, wenn es kein BDSM Unfall ist, ich hab' so einen roten Kleber auf meinem Namensschild. Heute will ich viel über Bienenzucht und Breaking Bad erklärt bekommen, und ich will mich mit Euch über die Neuropsychologie der Paarbildung unterhalten." — das sollte dann auch in's Wiki.

Orga (siehe unten, Orga kann auch The Crowd sein) ist da, und überträgt die Session Announcements in's Wiki, mit Zimmerzuweisung und Slot. Diskussion über Zuweisung im BackChannel. Keine "Session-Vorschläge", sondern einfach ein "ich bin hier um diese Uhrzeit und würde mich gerne über X unterhalten"

"Aber was ist mit den Sponsoren"

Sponsoren gibt's auf drei Ebenen: Sachsponsoren, Geldsponsoren, und organisatorische Sponsoren.

Alle drei sind auf dem Wiki erwähnt. Sind auch durch eine Sponsorwall gekennzeichnet, und persönlich denke ich, dass Namensschilder "Sponsor" aufzeigen sollten. Bei Sachsponsoring sollten die Sachen gut markiert sein, dass man auch weiß, wem man dafür zu danken hat.

Man braucht sie nicht in der Intro-Session zu erwähnen, weil 30 Sekunden Werbung, durch das die Meute sowieso durchschläft, weniger Impact haben, als die markierten Ansprechpartner der Sponsoren, die Markierung auf den gesponsorten Sachen, und die Erwähnung auf dem Wiki.

Aber wann stellt die Orga sich vor?

Idealerweise ist die Orga ein Teil der Besucher. Und Besucher übernehmen Teile der Orga. Auch das kann auf dem BackChannel geplant werden. Wer z.B. Aufstellen, Aufräumen, Essen holen, etc. übernimmt.

Check-In etc. sollten auch von Freiwilligen besetzt sein. Im BackChannel ist es auch viel schwerer, sich nicht anzubieten. Wer nur zu BarCamps kommt um Texte in wartende Sessionbesucher zu kotzen, der ist fehl am Platz.

Session halten, Sessions besuchen und Orga sind alle drei gleich wichtige Komponenten des BarCamps, und wer zwei von drei als selbstverständlich annimmt und von anderen verlangt, dass sie das bereitstellen, der gehört in die Welt der Konferenz, nicht des BarCamps.

Die Orga sind damit wir alle. Wer sich die Mühe macht, einen Raum und Sponsoren zu finden, der gehört natürlich gefeiert: die AfterSession am ersten Abend bietet sich da an.