Vorfreude, und das ist wissenschaftlich erwiesen, kann schöner sein als die Reise selbst. Für mich sind Beide schön, und das Planen macht mir unheimlich Freude, besonders wenn ich es mit Anderen teilen kann.

Puristen sind natürlich nicht ganz auf meiner Seite. Man geht mit den Dingen die man hat, unvorbereitet, und lebt so asketisch wie möglich. Das darf man gerne, aber für mich ist’s nix. Stattdessen war ich gestern erstmal einkaufen. Neue Schuhe, die ich in den nächsten drei Wochen einlaufe, ein paar Socken, einen total geschmacklosen und recht verkrampften „Camino“ Schal, und ein paar Kleinigkeiten, die das Wandern einfach schöner machen. Alles (noch) unter 8kg Gesamtgewicht.

Abends lese ich das Liber Sancti Jacobi (und frische mein Latein auf), besonders Buch 5, welches für das erste Pilgerhandbuch für den Jakobsweg gehalten wird (ca. 1138). So viele Schreine zu besuchen, so viele Kirchen, und das Essen um die Zeit war anscheinend auch nicht anders als heute („agnus coram vobis timent oblatum est si male facit apud ilium deposita est locus in horto„, „fürchtet Euch vor dem angebotenen Lamm, es macht krank wenn es von den Einheimischen im Garten gelagert wurde“).

Auch meine ersten beiden Albergues habe ich vorgebucht. Die Jakobsbrüder warnen nämlich, daß der Camino dieses Jahr überlaufen ist, und wer noch ein Bett will, sollte zumindest am Anfang reservieren. In St. Jean-Pied-de-Port und Roncesvalles habe ich also schon mal eine Herberge, kann mir dafür aber über die Pyrenäen keine Pause leisten und muß, Wetter oder Gottesfluch, den Übergang am ersten Tag schaffen. Dafür musste ich versprechen, den Alternativweg über die Valcarlos-Route zu nehmen, sollte es regnerisch oder total vernebelt sein. Macht ja auch Sinn.

Ab Roncesvalles lasse ich mich überraschen. Ich möchte am 8. Juli in Paris, und idealerweise an meinem Geburtstag (6. Juli) in Muxia oder Kap Finisterre sein, aber das war’s auch schon. Alles Andere, die 35 Tage dazwischen, überlasse ich meinen Füßen und dem Wetter.

Luxusartikel bringe ich wenige. Mein Handy, einen iPod, iPad mit Tastatur, Bartöl1, und einen, unter Pilgern eigentlich verpönten, Deostick. Weil ich Abends gerne Essen und Wein rieche, nicht mich selbst.

Dazu noch meine RX100m5, die beste Kamera für so einen (und viele andere) Trip, Batterien, und Ladegeräte für den Solarlader. Den bringe ich natürlich auch. Oh, und eine Meerschaumpfeife! Passend für den Abend auf dem Camino, denke ich.

Footnotes

  1. Brauche ich. In der Sonne und mit dem Schweiß wird mein Bart nicht besser, und nachdem ich immer noch vor habe bis August meinen Jahrebart wachsen zu lassen, muß ich auch entsprechend pflegen

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