Humans rank above meerkats but below beavers in monogamy league table

https://www.theguardian.com/science/2025/dec/10/humans-rank-among-leading-monogamous-mammals-study-finds

However, this study is done by sibling survey (monogamy produces siblings with two identical parents, while promiscuity produces half-siblings with shared maternal DNA), which means it does not account for male promiscuity. A male in “spread” colonies (humans belong there) who fathers kids across large swaths, will probably not be surveyed correctly (Hamburg, Munich, Amsterdam, London, and NYC vs. Ottenhofen, Bavaria).

Medizinischer Nonsens

Wusstest Du, dass die „Blaufilter“-Behauptungen, genau wie “Dark Mode ist besser für die Augen” beide nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf Anekdoten gestützt sind? Und wie immer, wenn das dann mal im Netz ausgesprochen wird, gibt es Menschen, die mit “aber mich hats gehelft” schreien, was wir ja auch von Impfgegnern und Homöopathie-Anhänger:innen kennen.

Cochrane: Blue‐light filtering spectacle lenses for visual performance, sleep, and macular health in adults

American Academy of Ophtalmology opionion.

Um das klar zu machen: wenn das Design von Dark Mode jemandem mehr zusagt, dann ist das eine Sache. Aber wissenschaftlich sind die Behauptungen zur Augenschonung nicht, und in der Tat scheint es umgekehrt richtig zu sein, dass Augen besser mit Light Mode umgehen können.

Neue Medizin News

Eine große deutschlandweite Befragung zeigt, dass die Nutzung von Wearables für Gesundheitsförderung und Prävention stark vom Alter, Bildung, Einkommen und der digitalen Gesundheitskompetenz beeinflusst wird. Besonders jüngere Erwachsene greifen häufiger zu digitalen Hilfsmitteln. Ältere Menschen, Personen mit anderen Bildungshintergründen und Haushalte mit geringerem Einkommen sind deutlich seltener Nutzer von Wearables. Insbesondere zeigt sich, dass Bewohner kleinerer Städte und Regionen im Osten Deutschlands zurückhaltender sind.

Ein interessantes Ergebnis ist, dass die digitale Gesundheitskompetenz einen entscheidenden Unterschied macht: Je höher diese ist, desto wahrscheinlicher werden Wearables auch im höheren Alter verwendet. Daraus folgt, dass Public-Health-Strategien unbedingt auch die Förderung digitaler Kompetenzen in den Fokus rücken sollten, um eine gerechtere Verbreitung von digitalen Gesundheitstechnologien sicherzustellen. Das ist besonders wichtig, damit alle Generationen und sozialen Gruppen gleichberechtigt von präventiven und gesundheitsfördernden Innovationen profitieren können.

Und hier sind ein paar Studien, die den positiven Impact von Wearables auf die Public Health zeigen:

Systematische Übersichtsarbeit zu chronischen Krankheiten (2022): In einer großen systematischen Übersichtsarbeit wurden 30 Studien zu Wearables im Management chronischer Krankheiten (z.B. Diabetes, Parkinson, Rückenschmerzen) ausgewertet. In der Hälfte der Studien zeigten Wearables wie Schrittzähler, smarte Armbänder und intelligente Schuheinlagen eine spürbare Verbesserung, etwa bei Schmerzreduktion, Schlafqualität, Adhärenz zu Bewegungszielen oder Lebensqualität. Besonders die kontinuierliche Messung von Gesundheitsparametern motivierte Patient:innen zur aktiven Selbstverwaltung ihrer Erkrankung.

Klinische Meta-Analyse mit Hospitalisierten Erwachsenen (2023): Eine Metaanalyse von 15 Studien (JAMA Network Open) ergab, dass stationäre Patient:innen, die Wearable-Tracker nutzten (z.B. Fitbits), signifikant mehr körperliche Aktivität ausführten, weniger Zeit im Sitzen verbrachten und eine bessere körperliche Funktion erreichten als Kontrollgruppen mit üblicher Versorgung. Die Verbesserungen betreffen Patienten in der Reha, nach Surgery und bei Schlaganfall.

Systematische Übersichtsarbeit zu Kindern und Jugendlichen (2024): In einem Review wurden 53 Studien (über 14 000 Kinder und Jugendliche) analysiert. Wearables erwiesen sich als geeignet und effektiv zur Gesundheitsförderung, Prävention und Behandlung. Besonders motivierend wirkten Feedback-Funktionen, Wettbewerbe und personalisierte Zielsetzungen; viele Studien berichteten über messbare Verbesserungen von Bewegungsaktivität, Schlaf und sogar Ernährungsgewohnheiten.

Antwort auf @Pfleger_aus_A

@Pfleger_aus_A Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass selbst eklatante Verstöße gegen die Datenschutzrichtinien und Patientengefährung ganz selten diese Konsequenzen haben, es sei denn es wird öffentlich.

Persönlich mag ich Kevin nicht. Ich finde seine Art cringe, aber die Tatsache besteht, dass z.B. eine Sex-Streamerin in Nürnberg (?) inklusive Patienten in ihren Streams hatte, und das Spital erst dann reagierte, als Kevin sein Exposed veröffentlicht hatte. Oder dass das Hüttenhospital erst dann eine Freistellung stattfinden ließ (bezahlt und sie sind zurück), als Kevin’s video große Reichweite bekam – weil das Hüttenhospital Schertz Bergmann, den “Rufbereiniger” sehr viel Geld in den Rachen warf.

1: Ich kann nicht von Kevin sprechen, ich kenne den Kerl nicht. Aber ich würde nicht weniger als das plus eine Strafanzeige akzeptieren. Das gilt für Medizinstudierende, Ärzt:innen, Pflegende, etc. Wer auf der Arbeit streamt sollte seinen Job verlieren und eine Strafanzeige kassieren, wenn dabei Warntöne ignoriert oder Patientendaten sichtbar sind.

2: Nach 20 Jahren in der Pflege glaube ich nicht einmal, dass Pflegefachpersonen zusammenarbeiten können, um intern mit schlechten Kolleg:innen umzugehen. Warum denkst Du, dass ich aus der Notfall- und Intensivpflege ins Medizinstudium bin? Und wenn, dann wäre die Pflegekammer ein DISZIPLINAR und kein Schutzorgan. Dafür haben wir die Gewerkschaften und Arbeitsräte. Eine Kammer sichert die professionalität einer Berufsgruppe. Sie tut das mit mir. Wenn ich z.B. falsche Heilversprechen mache oder meine CME nicht abhole, dann habe ich disziplinarischen Ärger, bis hin zum Entzug der Approbation. Dann den Typen, der die Bilder gepixelt seinen 60‘000 Zuschauern zeigt wegen “Datenschutz” anzuscheißen, wenn die Damen vom Hüttenhospital die Patientinen unverpixelt über sechsmal so vielen Abrufen gezeigt haben, und die Kammer da “keinen Verstoß” feststellen konnte… ja, die Kammer ist biased und nicht brauchbar. Also, was dann? Hüttenhospital ist 100% hinter den Streamerinnen, das Disziplinarorgan auch… bleibt nur die Öffentlichkeit.

3: Nein, hat er mEn nicht. Er hat das Ganze publik gemacht, wurde via Staranwalt gerailroaded (SLAP at its finest). Aber ICH verlange als Arzt, Mediziner, und als Schützer meiner Patient:innen, dass jemand der nachts auf der IPS streamt und Beatmungswarnungen ignoriert, nicht mehr im Beruf weitermachen kann, weil ich sowas nicht in meinem Team haben will. Gilt auch für Menschen, die das ignorieren und nicht streamen, aber ich weiß wie schwer es ist, selbst eine Pflege die in der Mitte der Nacht “mal schnell” schlafen ging und damit extrem Patienten gefährdet hat, loszuwerden. Immerhin kann man mit dem Streamen mehr Beweise und Öffentlichkeit liefern.

Die STIKO hat heute bekannt gegeben, dass sich die Empfehlungen für die Routineimpfung gegen Meningokokken geändert haben und sie jetzt auch für Jugendliche (12-17) vorgeschlagen sind. Wenn Ihr zwischen 12 und 17 seid, oder Kinder in dem Alter habt, schaut mal beim Hausarzt vorbei.

Die Pflegekammer NRW hat einen Hau weg

Die #Pflegekammer NRW hat ein Berufsordnungsverfahren gegen den Streamer Kevin Hartwig gestartet, weil dieser eklatante Pflicht- und Datenschutzverletzungen von Pflegenden aufgezeigt hat, welche in NRW arbeiten.

Wie scheiße muss man denn eigentlich sein, als Organ, welches professionelle Medizin leiten und ermöglichen soll, die Pflegenden zu verteidigen, die Patient:innen auf TikTok zeigen, Arbeitsbögen mit Namen und Diagnosen vor der Kamera rumwedeln und Warntöne ignorieren, um auf TikTok zu chatten? Dafür sind die Gewerkschaften da. Als Kammer seid ihr dem Berufsstandard und der Professionalität im Beruf verpflichtet.

Und wie extra scheiße muss man sein, dann gegen die Person vorzugehen, die diese Misstände aufzeigt?

Schämen Sie sich, Sandra Postel. Schämen Sie sich. Wenn ich diesem Sauhaufen nicht schon vor Jahren meine Berufszulassung mit Examen vor die Füße geschmissen hätte, würde ich es heute tun. Und ich kann das nur jede:m anderen Pflegende:n empfehlen: raus aus NRW, lasst das Bundesland verrecken so lange Leute wie Postel da Politik mitgestalten.

Licht und Schlaf (english "light sleeper" joke incoming)

In den USA (wie immer die Warnung, dass man national eingeschränkte Studien immer erstmal ganz genau lesen muss) wurde eine ziemlich große (n=88.905) Studie zu Licht und Gesundheit durchgeführt. Das Ergebnis: Wenn’s nachts zu hell ist, ist das vielleicht sehr ungesund.

Nächtliche Lichtverschmutzung könnte ein bislang unterschätzter Umwelt-Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Anpassungen des Beleuchtungsverhaltens — etwa dunklere Schlafzimmer oder weniger Kunstlicht in der Nacht — könnten potenziell präventiv wirken.

Auch wichtig: Sonnenlicht nach dem Aufstehen. Sonne für 30 Minuten innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen ist stark mit besserer körperlicher und, vor Allem, mentaler Gesundheit assoziiert. Zur-Arbeit-Laufende und Biker sind hier klar im Vorteil, Homeoffice und Autofahrer:innen stark im Nachteil.

Satellitendaten zeigen, dass die Belastung durch künstliches Licht in der Nacht (Light at Night - LAN) zwischen 1992 und 2017 um fast 50 % zugenommen hat. Das wurde bisher im Zusammenhang mit Brustkrebs, besonders dem Estrogen-positiven Krebs (E+) untersucht, und bei Frauen unter 40 wurde hier ein möglicher Zusammenhang festgestellt. Kardiovaskuläre Erkrankungen wurden jedoch hier zum ersten Mal in einer großen Studie erfasst.

Aber: Die Studie ist beobachtend, daher kann hier kein direkter Beweis für Kausalität angenommen werden. Zudem könnten Residual-Konfundierungen (z. B. Schlafqualität, sozioökonomische Faktoren) eine Rolle spielen.

Antibiotika-Resistenz

Ok, letztes medizinisches Thema für heute, aber so absolut großartig, bahnbrechend, weltbewegend … Wissenschaftler:innen an der University of Warwick (GB) haben anscheinend einen Pathway gefunden, der Antibiotikaresistenz umgehen kann, und das bei den meisten der “großen” Resistenzen.

In dem gestern publizierten Paper wird auf eine Entdeckung im Jahr 2023 aufgebaut. Beide Forschungsprojekte, dieses und das von 2023, wurden von einem EU Grant, dem “Project ACTINOGEN” unterstützt.

Antibiotikaresistenz (oder, besser, “Antimicrobial Resistance”, AMR) ist absolut die größte Gefahr für den Menschen im 21. Jahrhundert. Wenn wir die nicht in den Griff bekommen, dann können wir auch wieder Plastik herstellen und Batterien in die Meere schmeißen, an die wir mit unseren F-350-Gas-Guzzlern gefahren sind, weil die Menschheit die Auswirkungen der Klimakatastrophe und der Umweltzerstörung nicht mehr erleben wird.

Und während in den USA die Regierung Gelder mehr und mehr aus der Wissenschaft abzieht, hat die EU mit einem Grant uns vielleicht eine Chance gegeben, die Auswirkungen unserer katastrophalen Klimapolitik noch mitzuerleben.

Jonas Salk (1914-1995)

Heute vor 111 Jahren wurde Jonas Salk in NYC geboren. Nach seinem Medizinstudium entschloss er sich, in die Forschung zu gehen, statt als Arzt zu praktizieren, eine Entscheidung, die stark durch seine Kindheit in einer jüdischen Gemeinschaft geflüchteter Russen geprägt war. Aschkenasim waren in den USA sehr viel häufiger von einer Erkrankung namens Morbus Gaucher betroffen (eine Erbkrankheit, die sich in der nach außen geschlossenen Gesellschaft der Juden in Amerika dort eben trotz rezessivem Charakter stark verbreitete). Gleichzeitig waren Aschkenasim sehr viel weniger gegen Tuberkulose anfällig.

Während seiner Studien entwickelte er ganz nebenbei einen der ersten funktionierenden Influenza-Impfstoffe und dokumentierte einen neuen Weg, spezifische Influenza-Viren zu isolieren und den Impfstoff anzupassen. Später widmete er sich dann vollständig der Forschung zur Kinderlähmung, was schon gegen 1950 zu den ersten Erfolgen in der Entwicklung eines Impfstoffes führte.

Am 12. April 1955 sprach er die berühmten Zeilen (auf die Frage, wer das Patent für den Impfstoff hat) “Well, the people, I would say. There is no patent. Could you patent the sun?” Ohne diese Einstellung hätte Albert Sabin (ebenfalls ein russischer Jude, dessen Familie in die USA geflüchtet war) die Schluckimpfung nicht so einfach entwickeln und schon ein Jahr später auf den Markt bringen können. Die “Sabin Sundays”, an denen in den USA (und nach diesem Modell auch in Europa) jede Woche Zehntausende die Tropfen auf dem Zuckerstück schluckten, sind ausschlaggebend für die weitestgehende Ausrottung von Polio im Westen.

Und wenn das noch nicht badass genug ist: Er hat Pablo Picasso die Freundin ausgespannt und diese geheiratet. Das war, zumindest soweit bekannt, das einzige Mal, dass eine Frau Picasso verlassen hatte, statt von ihm verlassen zu werden.

Weniger badass ist leider, dass gegenwärtige politische Strömungen in den USA und die Ablehnung von Impfungen durch viele islamistische Prediger (da haben sie was gemein, die Rechten und die Islamisten, wer hätte es gedacht?) Polio heute wieder im Westen sein hässliches Haupt hebt.

Frühstück ist gut (und Weisswurstfrühschoppen am Sonntag ist besser)

In Association of Skipping Breakfast with Metabolic Syndrome and Its Components: A Systematic Review and Meta-Analysis of Observational Studies beschreiben die Autoren eine anscheinende Assoziation zwischen metabolischem Syndrom und Frühstück, oder besser dem Verzicht auf dasselbe.

Das Metabolische Syndrom ist ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland. Für sich alleine ist es der drittgrößte Kostenfaktor in ambulanter und praktischer Medizin, der zweitgrößte in klinischer Medizin. Als Ursache und Komplikation steigt es dann auf die Nummer Eins. Es erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Es erhöht also das Risiko bei Eingriffen die nichts mit dem Syndrom zu tun haben (nach einem Unfall, zum Beispiel) und verlängert Rekonvaleszenz drastisch. Die mit dem metabolischen Syndrom einhergehende Adipositas, welche beides Auslöser und Symptom der Erkrankung sein kann, verschlechtert Prognosen bei Krebs, verhindert Immunantworten, und könnte nach einigen Studien, Alzheimer begünstigen.

Aber: Beobachtungsdaten = Korrelation, nicht Kausalität. Das Auslassen des Frühstücks kann ein Indikator für andere Lebensstilfaktoren (Schlaf, Stress, sozioökonomischer Status) sein. Außerdem ist „Frühstück“ nicht streng definiert; kulturelle Unterschiede spielen eine Rolle.

Take Home: Zeit für’s Frühstück sollte trotzdem immer sein.