Amerika.

Das Land, in dem Freedom, Tits, Guns, Bacon, and Booze aus den Wasserhähnen fließen, der Adler mächtig über den unendlichen Weiten des Westens kreist, und die Flagge stolz im Wind weht. Wo Sinatra und Elvis mit Kurt Cobain und James Dean am Tresen des Boulevard of Broken Dreams sitzen, Aretha Franklin von Respekt singt, und der Barbershop Barber seit 1964 mit seinem Bruder, der am Tisch sitzt, über Boxer und Musiker streitet.

Meine Heimat.

Und wie auch in jeder Beziehung, auch wenn der Haussegen schiefhängt: Man kommt gerne heim. Freut sich auf das Essen, den Blick aus dem Kinderzimmer auf die alte Kastanie, unter der man damals seinen ersten Kuss bekam und in die man, heute kaum noch sichtbar, ein Herz mit M+K schnitzte. Der alte Schuppen, in dem es immer nach Öl und Holz roch, und in dem man seinen ersten Bogen schnitzte, lernte, wie man eine .22 reinigte, und einen Hasen ausnahm. Und die Straße, auf der man Hockey spielte, mit den Nachbarskindern, immer zwei als Ausguck, damit man die Tore wegräumen konnte, wenn ein Auto durchwollte.

In drei Tagen geht’s nach Dallas. Von da über die Route 66 (Stockyards zuerst, ich brauche einen neuen Hut) nach Amarillo, dann Albuquerque, Grand Canyon, Las Vegas, Hoover Dam, Bakersfield, mein altes Restaurant in Half Moon Bay besuchen, The Cats in Los Gatos, und mit der Gang in Stanford frühstücken. Boston, Harvard, Vorlesung, heim.

Ich freue mich aufs Death Valley, Stovepipe Wells, Badwater, Coyote Mesa, die Sterne am Himmel, während die Wüste sich langsam abkühlt, und die Kojoten, Klapperschlangen, Fledermäuse, Füchse, und Wildkatzen Geräusche machen. Ich freue mich auf die 24/7 Diner, in denen immer eine Waitress arbeitet, die ja eigentlich Schauspielerin ist, und auf dem Weg von Chicago nach Los Angeles hier nur kurz stoppt, um etwas Geld zu verdienen. Seit 1992 oder so.

Ich freue mich auf den Pacific Coast Highway, PCH, California Highway One, der von LA nach San Francisco am Ozean entlangführt. Auf den Fog, der über die Hills nach SF tröpfelt, den Nachmittag in Marin County, Saltwater Taffy essen, den Delfinen und Robben in der Bay zuschauen. Im Gras von Mission Park sitzen, Pizza in der Hand, die Golden Gate Bridge anschauen, und sich gleichzeitig so klein und so groß fühlen.

Ich will irgendwo ein Set Bates Tactical Sports Boots kaufen, weil es nichts Besseres gibt in der Präklinik und auf der Range. Ich will einen Blizzard von Dairy Queen, das 72 ounce Steak von Big Texan, und Ultimate Loaded Mash vom Texas Roadhouse. Einen Burger von In-n-Out, Poutine von Little Canada, und sechzig Liter Lonestar (“every other bear is treason”). Und dann, dann will ich meiner Heimat “Auf Wiedersehen” sagen, und es meinen.

Zuhause ist, wo die Kojoten und die Klapperschlangen und die heiße Nachmittagssonne über der Mesa sind. Zuhause ist, wo ich einen Apple Pie und starken schwarzen Kaffee um 3 Uhr morgens in einem Diner bekomme, ein Buch lesen kann, während Lynyrd Skynyrd im Radio läuft. Zuhause ist, wo die Menschen Howdy sagen und Dich “Pardner” nennen, wo der Geruch von BBQ in jeder Kleinstadt den Weg zum Smoke Pit anzeigt, und wo “got a horse at home” heißt, dass man Working Class, nicht Superreicher ist.

T minus 3… I can hardly wait!

What’s new with @ultreia - https://ultreia.me?

v1.0-beta9 - Welcome Tour & Update Glow
- New users now get a quick guided tour of the map controls on first visit
- When a new app version is available, the menu button pulses amber to let you know
- Tapping Reload or Restart App in the menu clears the update indicator
- check out https://guide.ultreia.me

v1.0-beta7 - The BookAlbergue Version
- Ultreia is now partnering with BookAlbergue, a local Galician alternative to big-name booking platforms
- Albergue pages now link to BookAlbergue for reservations where available
- Version history tracking for all data changes, so edits are transparent and reversible

v1.0-beta6.6 - Admin & Data Improvements
- About, Contact, and Support links now open on the guide site
- Staff users now have view-only access in the admin panel
- “Find in OSM” on the albergue edit screen now uses local data instead of the Overpass API
- Fixed OSM links across the admin interface

v1.0-beta6.5 - Survey Tools
- Simplified completeness checks to focus on what matters: price, contact info, and bed count
- Switching survey modes updates the URL so you can bookmark or share a specific tool
- see: https://ultreia.me/survey

v1.0-beta6 - Town Search
- Search for any town, village, or city along all 7 Camino routes
- 1200+ places now in the database across Francés, Norte, Primitivo, Portugués, Inglés, Invierno, and Fisterra
- Search results show which routes each town is on (e.g. “Melide” shows “Camino Francés, Camino Primitivo”)
- Tap a result to fly to that location on the map
- Falls back to general map search when no Camino towns match

Description in main text - map view

Much has happened with #ultreia in the past weeks.

  • Based on user feedback, we backfilled all seven routes with town data, so now you can “fly” to any town on any of the routes from a search box.
  • We also added a “?” button that explains what is what.
  • We added an “elevator pitch” (below) to better explain what Ultreia.me is.
  • We added https://ultreia.me/survey/ for users to quickly find data that is incomplete
  • We added a 🏳️‍🌈 and 🏳️‍⚧️ survey to mark albergues and bars/cafés that are LGBTQIA+ friendly.
  • We added a new API for drinking water quality exchange with some towns and province public works administrations. Now (León, for example), the council gets a WhatsApp message if fountain “do not drink” plaques have been vandalized or removed.
  • Added an “antihate” reporting function for (currently) select users to report hateful graffiti on the Caminos. Local helping hands will be alerted to help remove the hateful stuff.

Ultreia.me is a project to search and map the Caminos de Santiago. You can use it to find albergues, fountains, points of interest, vegan and vegetarian albergues and restaurants, food carts, camping-friendly places, and more. It is decidedly not a Planner, use Godesalco for that, it’s excellent.

It is also a project to share this information with the commons, interacting with OpenStreetMap to contribute back what our users discover, making it available to anyone, here and on any other Camino route planner or mapper.

Ich habe (absichtlich) kein Auto. Und kein Fahrrad, aus moralischen Gründen. Ich laufe oder jogge zur Arbeit und zurück, nehme den ÖPNV oder Fernverkehr, wenn es mehr als 8-10km sind, und fahre (pun intended) damit ganz gut.

Außer im Winter in Bayern. Ist ja nicht so, dass wir ein Alpenbundesland sind, oder es Winter schon immer gibt. NEIN, Winter ist etwas ganz Neues, und die Bahn ist genauso erschrocken wie wir, dass da weiße Dinger vom Himmel fallen.

Musste heute Morgen gegen 4:45 Uhr los (zum Glück wache ich da immer mal schnell auf, um zu schauen, was die ÖPNV Situation so ist) damit ich um 7 an der Uni war.

Die Diskussion zu W Social ist ermüdend und Blödsinn, sorry.

W Social ist “yet another anti-X” (JAAX) Ansatz der mit EU-Washing versucht, schnell viel Kohle zu scheffeln. Hinter W steht DMTG, eine Saudi-Arabische Investorengruppe, die u.A. von der EHM Holding GmbH in Deutschland finanziert wird. Diese finanziert u.A. auch We Don’t Have Time, eine Gruppe die in der letzten Zeit durch intransparente Geschäfte mit der Klimapolitik aufgefallen ist.

W Social ist ein Silo, genau wie X oder die Meta Apps, kontrolliert von einer Investoren-Gruppe und intransparent bis zum Abwinken. “Made in Europe” ist erst mal kein Qualitätszeichen, besonders wenn die Kontrolle dieses Made in Europe in der Hand von King Saud ist.

Nur kleine, transparente, Systeme, ohne Silo, ohne Monopol, können technische und soziale Freiheiten garantieren. Das Fediverse kann. Die EU hat in das Fediverse investiert, Mastodon, Peertube, Pixelfed. Statt eine dreiviertel Milliarde in ein weiteres Silo zu stecken, nur dass man “fuck USA” rufen kann während man den gleichen Scheiß abzieht, das ist, leider, typisch EU und ganz und gar nicht im Sinne Europas.

2003 Fountains/Wasserquellen 2

Kleines Ultreia update. Wir haben jetzt 2003 “Fountains” (Trinkwasserbrunnen) auf den wichtigsten acht oder neun Caminos gemapped und in OSM entsprechend als trinkbar/nicht trinkbar markiert.

Auf dem Camino Francés haben wir 600 Hostels (“albergues”) angeschrieben, besucht, oder von Freunden in Spanien besuchen lassen und diese für die 2026er Saison geupdatet. Unsere Liste von vegan/vegetarischen Herbergen und Restaurants ist zurzeit noch etwas beschränkt, da die meisten Herbergen, die wir besuchen (lassen) konnten, auf dem Camino Francés sind, aber dieses Jahr bekommen wir den Camino Portugués auch noch hin. Natürlich auch nach OSM gesynct.

Damit bin ich für den Januar fertig, denke ich. Februar machen wir noch ein bisschen Arbeit an der Offline Sache, und machen noch 2, 3 Routen rein, und dann geht im April/Mai das Wandern los, und ich bin bis September auf dem Camino.

Eine neue Studie hat zum einen die Verbindung von BCAA mit Adipositas und Typ 2 Diabetes validiert, und zum anderen einen Bazillus, den Lactobacillus reuteri als einen Weg zur Bekämpfung dieses Ungleichgewichts identifiziert. L. Reuteri katabolisiert BCAA bevor sie in den Blutkreislauf gelangen, was bei einem BCAA Überschuss absolut notwendig ist.

Warum das wichtig ist?

Zum einen erklärt es mehr, warum auch anscheinend “gesunde” Ernährung in Europa und den USA problematisch sein kann. Die Ernährung in Europa, vor allem Ernährung mit rein pflanzlichen Grundlagen, verarbeitetem Fleisch, und ultrahoch erhitzter Milch, ist unzulänglich um L. reuteri ausreichend im Darm anzureichern und zu versorgen. Hier kann eventuell (das ist noch nicht voll erforscht) mit Prä-Probiotika und Biotika nachsupplementiert werden. Unverarbeitetes Fleisch (“das Steak”), Frischmilch, und Joghurt sind da aber auch keine schlechte Idee.

Zum anderen zeigt es die Probleme mit BCAA (“Branched Chain Amino Acids”) auf, die vor allem in der Sportwelt sehr beliebt sind. Für nicht-adipöse Menschen kann das ganz OK sein, aber wer abnehmen will, der sollte auf sie verzichten.

https://www.nature.com/articles/s41564-025-02236-9

Camino Apps, eine Geschichte

Ab und zu schreibe ich im Fediverse etwas Längeres. Das ist so eine Geschichte. Und, wahrscheinlich, keine die die meisten auf den ersten Blick interessiert. Aber gib dem mal eine Chance, weil es nicht wirklich um Pilger und den Camino geht.

Am Anfang war die Sühne. Das war so vor 1200 Jahren und die iberische Halbinsel war im Konflikt mit dem Al’Andalus Kalifat, das schon vor mehr als 300 Jahren angefangen hatte, Spanien zum Islam zu konvertieren und, sich der ganzen internen Kriege zwischen den Prinzen von Iberia bedienend, große Teile des Landes zu erobern.

Währenddessen waren in den Gegenden des heutigen Deutschland, Österreich, und Frankreich die Kirchen stark wie nie. Was aber, wenn ein reicher Fürst oder ein Bischof etwas Schlimmes tat? Hinrichten war nicht, weil schlechte Werbung? Einfach: Man erfand die Pilgersühne, in der die Person zu einem heiligen Ort pilgern musste, dort um Vergebung und Ablass bitten, und dann frei kam. Vorteil: Die meisten starben auf dem Weg oder blieben einfach da, also entweder war zwischen Abreise und Rückkehr genug Zeit um das Ganze vergessen zu machen, oder man sparte sich die Hinrichtung.

Heute pilgern immer noch Menschen. Nicht die ganz schlimmen, sondern aus ganz mundänen religiösen Gründen. Die am besten bekannten Pilgerrouten sind die des “Camino de Santiago”, des Jakobswegs. Dank Hape auch in Deutschland. Die Caminos sind ein Netzwerk aus Wegen, die alle wie Flüsse in einen großen Strom, an die westliche Küste Spaniens führen.

Der Camino Francés, die 790km lange Wanderstrecke von Frankreich durch Spanien, mit veganen und vegetarischen Hostels und Restaurants angezeigt.

Ich bin schon ein wenig stolz auf die Arbeit, die wir mit Ultreia leisten. Seit der Idee sind jetzt zwei Jahre vergangen, von der App und dem schlechten Server im Backend zu einer PWA Lösung, die allen gerecht wird, gutem a11y Design, und der Leaf & Shell “Vegan and Vegetarian Pilgrims” Implementation, das Team hat einen super Job hingelegt.

Und das Ganze noch ohne Profitdenken, ohne Tracking, ohne räuberische Erpressung mit Affiliate-Links… es geht.

Ultreia macht im Monat noch dreistelligen Verlust. Das ist erstmal OK, aber unsere “Konkurrenz” verdient sich mit fünf- bis sechsstelligen Einnahmen im Quartal einen goldenen Hoden. Weil wir keine Daten verkaufen oder Affiliate Links schalten und auf Donations angewiesen sind.

Ich finde Betteln ohne solide Gegenleistung immer kritisch. Also machen wir das nicht. Unsere Hoffnung ist, dass mit der Open Beta oder Release Menschen auch den Wert der App sehen, und die Arbeit die 30+ Volunteers in die Infrastruktur und Daten gesteckt haben. Aber Hoffnung ist nicht Wissen. Schauen wir mal.

Bild: Der Camino Francés, die 790km lange Wanderstrecke von Frankreich durch Spanien, mit veganen und vegetarischen Hostels und Restaurants angezeigt.

Von 7000 Führungskräften bei der Deutschen Bahn, die zwischen Dienstwagen und einer Bahncard 100 wählen können, nutzen gerade mal 300 die Bahncard.

Also diejenigen, die bei der Bahn Verantwortung tragen, fahren lieber Auto.

(Zitat Christian Siebert)

Vegane Chicken Spieße

Das hier sind die veganen SoChicken Spieße. Schmecken gut, ich mache sie noch mit etwas BBQ Gewürz und Muskatnuss, und Honey Mustard muss sein. Damit deckt mein kleines Mittagessen meinen Omega-3 Bedarf ab, und Protein kommt auch herrlich viel in den Umlauf. Bei 10g Carbs, davon weniger als 20% Zucker, nicht ganz so low carb wie echtes Hähnchen, dafür ohne Antibiotika-Resistenz frei Haus.

Eine Studie in Nature Medicine validierte ein Deep‑Learning‑Modell mit kontinuierlichen Vitaldaten aus zwei klinischen Wearables bei 888 Nicht‑ICU‑Patienten, das Verschlechterungen bis zu 17–24 Stunden vor klassischen MEWS‑Alarmen mit ROC‑AUC etwa 0,84–0,89 vorhersagen konnte und damit kontinuierliches Monitoring auf Normalstationen als Frühwarnsystem stützt,

Dr. Google vs. Dr. Feelgood – warum weder Suchmaschine noch Chatbot Deine Ärzt:in ersetzen

In den letzten 15 Jahren hat sich unsere erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen grundlegend verändert. Früher war es „Dr. Google“: Suchmaschinen und Symptomchecker, die uns mit einer Liste möglicher Diagnosen konfrontierten – oft mit der schlimmsten ganz oben. Heute rückt „Dr. Feelgood“ nach: generative KI‑Chatbots, die freundlich, empathisch und beruhigend antworten, aber ebenfalls weit entfernt von echter medizinischer Versorgung sind.

Von Dr. Google zur Selbstdiagnose-Panik

Online-Symptomchecker und Suchmaschinen werden von einem großen Teil der Bevölkerung vor allem zur Selbstdiagnose körperlicher Beschwerden genutzt. Studien, in denen diese Tools mit realen Fallbeispielen getestet wurden, kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Die korrekte Diagnose steht nur bei einem Teil der Fälle an erster Stelle, und die Empfehlungen zur Dringlichkeit („sofort zum Arzt“ vs. „abwarten“) schwanken stark zwischen verschiedenen Programmen.

Qualitative Arbeiten mit Nutzerinnen und Nutzern zeigen zwei typische Reaktionen: Entweder entsteht Alarmismus („Ich habe bestimmt Krebs“), oder es kommt zu einer trügerischen Entwarnung, die dazu führt, dass gar keine ärztliche Abklärung erfolgt. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Inhalte, die besonders extrem, dramatisch oder emotional sind, bekommen mehr Klicks und rutschen dadurch in den Trefferlisten nach oben – so können Suchalgorithmen Ängste ungewollt verstärken.

Das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung: zum einen favorisiert Google natürlich “autoritative” Quellen, also Studien und Berichte über Studien über Nutzer-Blogs, und zum anderen bekommen, wie erwähnt schlimme Outcomes mehr Klicks. Zur leichten Erkältung gibt es kaum Studien, zum Lungenkrebs schon, und damit auch mehr Resultate. Nutzer suchen auch eher nach gefährlichen Erkrankungen. Nicht “warum huste ich?” sondern “Habe ich Krebs?”

Fachleute sprechen hier von der „Physical Examination Gap“: Digitale Systeme können weder den körperlichen Untersuchungsbefund noch die klinische Erfahrung einer Ärzt:in ersetzen, sondern höchstens ergänzen. Wer sich ausschließlich auf Dr. Google verlässt, erhält also ein verzerrtes Bild – mit echten Risiken für Überdiagnostik, Unterdiagnostik und unnötige Angst.

Zudem sind Daten immer nur so nützlich wie die Interpretation derselben. Weder Google, noch der Nutzer sind qualifiziert, diese Interpretation durchzuführen. Ausgebildetes Fachpersonal wird in einem CRP von 18 (rein definitionsgemäß ist alles über 5 eine Entzündung) andere Aussagen finden, als Google.

Dr. Feelgood: empathisch, eloquent – und oft falsch

Mit großen Sprachmodellen (KI) hat sich das Bild verschoben: Anstatt sich durch Trefferlisten zu kämpfen, schildern viele Menschen ihre Beschwerden direkt einem Chatbot.

Befragungen zeigen, dass insbesondere jüngere, technikaffine Personen diese Angebote für Selbstdiagnosen, Lifestyle-Fragen und Medikamenteninformationen nutzen – und ein relevanter Anteil die Antworten umsetzt, ohne sie bei Ärzt:innen, Leitlinien oder offiziellen Stellen gegenzuprüfen.

Mehrere Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass Chatbots medizinische Falschinformationen nicht nur wiederholen, sondern mit zusätzlichen, frei erfundenen Details „anreichern“ – inklusive fiktiver Studien und Quellenangaben, die seriös wirken und tatsächlich nicht existieren. Andere Arbeiten weisen darauf hin, dass diese Systeme nur dann sicherer werden, wenn sie sehr stark eingeschränkt und mit zusätzlichen Schutzmechanismen versehen werden; in ihrer Grundkonfiguration fehlt eine echte skeptische Prüfung der eigenen Inhalte. Diese “Sicherheit”, die Katastrophen oder schlimme Outcomes aber ausfiltert, führt dann zu einer Antwort, die Nutzer in Sicherheit wiegen könnte, wo diese nicht existiert.

So kann hier aus einem “ich spucke seit heute Morgen Blut” ein “mach Dir keine Sorgen, Du hast Dir vielleicht heute Nacht auf die Lippe oder in die Wange gebissen” werden.

Während Dr. Google zur Katastrophe neigt („es könnte Krebs sein“), neigt Dr. Feelgood durch seine „auf Harmonie getrimmte“ Antwortweise eher zur Beschwichtigung – selbst bei potenziellen Notfällen. Beide Extreme sind gefährlich: Panik führt zu Fehlentscheidungen und überflüssigen Untersuchungen, falsche Entwarnung zu gefährlichen Verzögerungen.

Körperliche vs. psychische Gesundheit: zwei unterschiedliche Risikoprofile

Bei körperlichen Beschwerden liegen die Hauptgefahren digitaler Tools in Fehltriage und Selbstmanagement: Entweder wird zu oft Alarm geschlagen oder echte Notfälle werden verharmlost. Symptomchecker und Chatbots können kein Gespräch mit einer Ärzt:in, keine körperliche Untersuchung und keine Verlaufskontrolle ersetzen, sondern bleiben Hilfswerkzeuge mit begrenzter Aussagekraft. Zum “Glück” kann hier die KI bisher noch keine Ärzt:in ersetzen: zur Verschreibung und Überweisung muss man immer noch zum Arzt. Damit ist eine weitere Sicherheitsstufe eingebaut, die zwar zu Frustrationen im Gesundheitswesen führt, und unnötige Gesundheitsängste weckt, aber Schlimmeres nicht selten vermeidet. Verzögerte oder unterlassene Hilfe dank “harmonischer” KI ist aber immer noch ein Problem.

Im Bereich psychische Gesundheit ist die Lage komplexer. Speziell entwickelte „Mental-Health-Chatbots“ zielen ausdrücklich darauf, eine Art „digitale therapeutische Allianz“ aufzubauen: Nutzerinnen sollen sich verstanden, ernst genommen und unterstützt fühlen. Viele berichten in Studien tatsächlich von positiven Erfahrungen, etwa leichterer Offenheit für schwierige Themen oder weniger Scham, Gefühle auszusprechen.

Gleichzeitig warnen Reviews und Stellungnahmen vor erheblichen Risiken: Es gibt Hinweise auf problematische Krisenreaktionen, unklare Verantwortlichkeiten, mögliche Verstärkung von Abhängigkeit und Vermeidung echter therapeutischer Hilfe. Allgemeine Chatbots, die gar nicht als Therapieinstrument gedacht sind, transportieren dennoch empathische, beinahe freundschaftliche Sprache – ohne Ausbildung, Supervision, rechtliche Einbettung oder Notfallstandards.

Damit entsteht eine paradoxe Situation: Menschen mit ohnehin erhöhter Vulnerabilität für Einsamkeit, Abhängigkeit oder verzerrte Realitätswahrnehmung nutzen Systeme, die genau an diesen Punkten wirksam, aber unzuverlässig sind. Das Risiko besteht nicht nur darin, dass bestehende Probleme nicht oder zu spät behandelt werden, sondern auch darin, dass neue Dynamiken – etwa parasoziale Beziehungen zu Chatbots – Teil des Problems werden können.

Warmherzig, kompetent – und trotzdem nicht Dein Therapeut

Ein hilfreicher Rahmen, um diese Entwicklung zu verstehen, ist das sogenannte „Stereotype Content Model“, das beschreibt, wie Gruppen entlang der Dimensionen Wärme (meint diese Gruppe es gut mit mir?) und Kompetenz (kann sie etwas?) wahrgenommen werden. In vielen Studien werden Psychiaterinnen und andere Fachkräfte der psychischen Gesundheit als kompetent, aber eher distanziert eingeordnet – zusätzlich belastet durch die allgemeine Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und mancher Behandlungsformen. Ethische Problematiken schreiben Psychiater:innen auch gewisse Grenzen vor (ein Psychiater würde nie “ich dich auch” sagen, wenn man “ich liebe Dich” sagt, eine KI tut das) und verbieten zu nahen emotionalen Kontakt um Transferenz und Codependenz zu vermeiden.

KI-Systeme und Chatbots dagegen können – insbesondere, wenn sie humorvoll, empathisch und immer verfügbar sind – als zugleich warm und kompetent wahrgenommen werden.

Nach dem Modell lösen Gruppen mit hoher Kompetenz und niedriger Wärme eher Misstrauen und Abstand aus, während Gruppen mit hoher Kompetenz und hoher Wärme als Verbündete erlebt werden. In dieser Logik kann „Dr. Feelgood“ unbewusst zur In‑Group gehören („der versteht mich“), während die ärztliche Fachperson zur distanzierten, potenziell feindlichen Out‑Group wird.

Das Problem: Die „Kompetenz“ von Chatbots ist nur so gut wie die Trainingsdaten, die Sicherheitsmaßnahmen und die konkrete Konfiguration – und nach derzeitigem Stand bei ernsthaften medizinischen Fragen klar begrenzt. Die Kompetenz der Ärzt:in ist zwar weniger „kuschelig“, dafür aber rechtlich, ethisch und wissenschaftlich eingebettet.

Fazit

Weder Dr. Google noch Dr. Feelgood sind „böse“ – beide sind Werkzeuge, die in einer bestimmten Nische nützlich sein können. Suchmaschinen liefern Quellen, Studien und Leitlinien, Chatbots können beim Strukturieren von Fragen oder beim Verstehen komplexer Zusammenhänge helfen. Problematisch wird es, wenn aus Tools heimliche Diagnostiker oder virtuelle Bezugspersonen werden, denen mehr vertraut wird als unmittelbar erreichbarer medizinischer Hilfe.

Wer sich dieser Mechanismen bewusst ist, kann digitale Angebote klüger nutzen: als Ergänzung zur Medizin, nicht als deren Ersatz.

Wenn ich der Meme-Typ wäre, dann würde ich hier ein surprised_picachu.jpg anhängen. Ist aber nur traurig, dass es eine Guardian-Recherche gebraucht hat, bis mal Jemand zuhört: Google AI Resultate sind medizinisch nicht nur fragwürdig, sie sind absolut gefährlich.

So wurde etwa Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs empfohlen, fettreiche Mahlzeiten zu vermeiden. Das Gegenteil ist der Fall.

Eine Suche nach vaginalen Krebssymptomen und -tests hat einen Pap-Test fälschlicherweise als Test für Vaginalkrebs aufgeführt, obwohl es sich tatsächlich um ein Zervix-Screening-Tool handelt, das verwendet wird, um Zellveränderungen zu erkennen, bevor sich Krebs entwickelt.

Zu den weiteren Problemen gehörten die Ergebnisse von Leberbluttests, die Nationalität, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder Alter nicht berücksichtigten - was möglicherweise zu Menschen mit schweren Lebererkrankungen führt, die fälschlicherweise glauben, dass sie gesund sind - und irreführende Ratschläge zu psychischen Erkrankungen wie Psychosen und Essstörungen.

Und hier ist was Tolles: Was bekommt man, wenn man Diphtherie, E. coli und Fentanyl mischt?

Einen Impfstoff, was denn sonst? Die Idee ist nicht neu, aber genial: Wissenschaftler steckten ein synthetisches Fentanyl-Fragment an den Diphtherie-Giftstoff CRM197. Diphtherie, wie wir ja hoffentlich alle wissen, wird durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst, welches einen Giftstoff ausscheidet, welcher dann zum Tod führen kann. Die Impfung gegen Diphtherie ist übrigens eine der wenigen, die nicht gegen das Bakterium, sondern gegen seinen Giftstoff impfen.

An diese Verbindung wird dann dmLT angehängt. dmLT ist ein Teil des E. coli-Bakteriums, welcher (da wir ständig mit E. coli zu tun haben) sofort immunaktivierend wirkt. So weit, so schon bekannt, gleiches oder ähnliches passiert in vielen Impfstoffen.

Jetzt wird’s aber cool: Wenn eine Person, die so geimpft ist, Fentanyl konsumiert, hängen sich die vom Körper gegen den Impfstoff gebildeten Antikörper an die Droge und machen es unmöglich, dass diese die Blut-Hirn-Schranke überquert.

In einer Tierstudie blockierte die Impfung 92 bis 98 Prozent des Fentanyls vom Übertritt. Andere Opioide sind nicht betroffen, also können auch geimpfte Menschen weiterhin anagelsiert werden, wenn das benötigt wird. Die Impfung hält bis zu 20 Wochen an, dann sind die Antikörper weg, und die adaptive Immunantwort (der Körper baut neue Antikörper als Antwort auf eine Infektion) ist zu langsam. Aber 20 Wochen sind schon mal was.

Dein Immunsystem hat schon etwas von einem 20 Minuten (schweißtreibenden) Workout.

Bisher nahmen wir an, dass Sport und Bewegung langfristig und langsam aufbauend gut für das Immunsystem sind. David Walzik und Niklas Joisten, Sportmediziner an der TU Dortmund, haben jetzt eine Studie im Draft vorgelegt, die zu beweisen scheint, dass schon 45 Minuten hochintensives Intervalltraining (HIIE) und moderates kontinuierliches Training (MICE) gewisse Proteine stärker ausgedrückt werden, die bei der Immunreaktion (Entzündung, Zytokinsignal, Makrophagen-Rekrutierung) eine große Rolle spielen.

Das deckt sich mit Erfahrungswerten aus der Pandemie, in denen v.a. Menschen, auch diese die übergewichtig waren, bessere Verläufe hatten, wenn sie in den Tagen vor der Infektion sportlich aktiv waren.

Im Gegenzug wurde beobachtet, dass während Körpergewicht eine starke Rolle spielt in akuten und später chronischen (“Long-COVID”) Verläufen, das wohl ein Teil-Confounder ist. Es ist nicht (nur) Fettmenge alleine, sondern die Tatsache dass übergewichtige Menschen disproportional weniger Sport betreiben. Auch Menschen ohne Übergewicht, die wenig bis keinen aktiven Sport betrieben, hatten höhere Inzidenzen.

Die Veränderungen in der Immunantwort und den Signalwegen sind schon vier Stunden nach einer sportlichen Betätigung nachweisbar und bestehen bis zu 48 Stunden.

Wenn "hold my beer" auf deutsche Behörden trifft

Piccard und Kipfer mit Körben und Kissen auf dem Kopf

Am 27. Mai 1931 stiegen Auguste Piccard und Paul Kipfer in eine Kugel aus dünnem Aluminium, um Einstein’s Relativitätstheorie in der Stratosphäre nachzuweisen.

Auf ihrem Kopf trugen die beiden ein Kissen und darüber einen geflochtenen Korb. Das kam daher, dass die deutschen Behörden sich weigerten, den beiden eine Starterlaubnis zu geben, bis sie einen Helm aufhatten. Da weder Piccard noch Kipfer irgendwie gedacht hatten, dass ein Sturz aus 15781 Metern durch einen Helm irgendwie sicherer gemacht werden könne, hatten sie keinen dabei. Kipfer besorgte die Kissen und Körbe, und die Deutschen waren zufrieden und ließen das Paar starten.

Trotz vieler widriger Umstände, zum Beispiel fiel der Propeller aus, der die Gondel von der Sonne wegdrehen sollte und die Temperatur in der Kugel stieg auf über 40°C, ein Thermometer explodierte und das Quecksilber fraß sich durch den dünnen Aluminiumboden, und die Abstiegsvorrichtung versagte, so dass das Duo bis zum Sonnenuntergang (wenn die Kälte die Ballons abschwellen ließ) ausharren musste, landeten die Beiden mit wertvollen Daten zur kosmischen Höhenstrahlung und bewiesen damit Hesse’s Theorie und brachten Daten für Einstein zurück.