Was diese Woche bisher in der Medizin passiert ist (nicht-ausführlich, nicht flächendeckend)
In den letzten Tagen dominieren eine frühe, intensive Grippesaison in Europa, neue Erkenntnisse zu steigender Komplexität in Notaufnahmen, erste große randomisierte Protokolle zu Wearables im Kliniksetting, sowie politischer Streit um Krankenversicherungs-Subventionen in den USA die medizinischen Schlagzeilen. Zusätzlich gibt es regulatorische Neuigkeiten zu kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten in der EU (nicht hier abgebildet, ist im Newsletter, für’s Fediverse eher uninteressant). Und zum Schluss: Die WHO geht mal wieder Schwurbeln.
Die WHO Europa meldet eine deutlich frühere und intensivere Grippesaison mit einem neuen Influenza‑A(H3N2)‑Subkladen („K“), der in einigen Ländern bis zu 90% der bestätigten Fälle ausmacht; Hinweise auf schwerere Verläufe gibt es derzeit nicht, aber die Belastung der Gesundheitssysteme ist hoch.
Eine große Studie aus London (Emergency Medicine Journal) zeigt, dass die Anzahl der Notaufnahmen seit der Pandemie zwar relativ stabil ist, die Patient:innen aber deutlich komplexer und multimorbider werden; bei über 76‑Jährigen hat sich der Anteil mit komplexer Multimorbidität nahezu verdoppelt.
In der EU wurde die „Union list of critical medicines“ aktualisiert und zusammen mit FAQ‑Dokumenten publiziert, um Engpässe bei essenziellen Arzneimitteln systematisch zu adressieren und Vorratshaltung sowie Lieferkettenplanung zu verbessern.
Parallel wird auf EU‑Ebene weiterhin der Rechtsrahmen für Medizinprodukte und In‑vitro‑Diagnostika überarbeitet, um ihn an technologische Entwicklungen der letzten 20 Jahre anzupassen, einschließlich strengeren Anforderungen an klinische Daten und Überwachung.
Diese Überarbeitung lässt immer noch die personalisierte Medizin aus, bei der spezifisch angepasste Medikamente und Antikörper genutzt werden. Die Auflagen, die “großflächige” Studien zur Zulassung fordern, sind hier nicht erfüllbar, da das Medikament für n>=1 entwickelt wird.
Im mHealth‑Bereich wurde in einer Fachzeitschrift eine frühere randomisierte Studie zu Tai‑Chi bei älteren Menschen mit Typ‑2‑Diabetes, die Wearables im Mobile‑Health‑Modell einsetzte, offiziell zurückgezogen, was auf methodische Probleme und die Notwendigkeit robuster Evidenz bei sensor‑gestützten Lifestyle‑Interventionen hinweist.
In den USA hat währenddessen das Repräsentantenhaus das Gesetz „Lower Health Care Premiums for All Americans Act“ verabschiedet, das u. a. Association Health Plans ausweitet, Transparenzpflichten für Pharmacy Benefit Manager erhöht und bestimmte Cost‑Sharing‑Subventionen finanziert, aber die auslaufenden erhöhten ACA‑Prämiensteuergutschriften ausdrücklich nicht verlängert.
Neu-Delhi fand der zweite WHO-Gipfel zur traditionellen Medizin statt. Über 100 Länder diskutierten, wie sich “alte Heilmethoden” (lies: “Hokus Pokus”) in nationale Gesundheitssysteme integrieren lassen. Ein Kernresultat: Der Aufbau einer digitalen Bibliothek mit 1,6 Millionen wissenschaftlichen Datensätzen zu traditionellen Heilmitteln.
TCM ist ein Milliardengeschäft für China, welches zur Herstellung der “Heilmittel” auch großangelegte Tierquälerei [2] betreibt. China’s Einfluss auf die WHO ist groß, was neben der absichtlichen Verschleierung von Chinas Umgang mit der Pandemie eben auch zur Aufnahme von Schwurbel in die offiziellen WHO Leitlinien für Therapie und Diagnostik geführt hat.