Dein Immunsystem hat schon etwas von einem 20 Minuten (schweißtreibenden) Workout.
Bisher nahmen wir an, dass Sport und Bewegung langfristig und langsam aufbauend gut für das Immunsystem sind. David Walzik und Niklas Joisten, Sportmediziner an der TU Dortmund, haben jetzt eine Studie im Draft vorgelegt, die zu beweisen scheint, dass schon 45 Minuten hochintensives Intervalltraining (HIIE) und moderates kontinuierliches Training (MICE) gewisse Proteine stärker ausgedrückt werden, die bei der Immunreaktion (Entzündung, Zytokinsignal, Makrophagen-Rekrutierung) eine große Rolle spielen.
Das deckt sich mit Erfahrungswerten aus der Pandemie, in denen v.a. Menschen, auch diese die übergewichtig waren, bessere Verläufe hatten, wenn sie in den Tagen vor der Infektion sportlich aktiv waren.
Im Gegenzug wurde beobachtet, dass während Körpergewicht eine starke Rolle spielt in akuten und später chronischen (“Long-COVID”) Verläufen, das wohl ein Teil-Confounder ist. Es ist nicht (nur) Fettmenge alleine, sondern die Tatsache dass übergewichtige Menschen disproportional weniger Sport betreiben. Auch Menschen ohne Übergewicht, die wenig bis keinen aktiven Sport betrieben, hatten höhere Inzidenzen.
Die Veränderungen in der Immunantwort und den Signalwegen sind schon vier Stunden nach einer sportlichen Betätigung nachweisbar und bestehen bis zu 48 Stunden.
1 Kommentar
@mikka 45 Minuten HIIT sind allerdings ziemlich hart, ehrlich gesagt. Man fängt üblicherweise so bei 15 Minuten an…
@700Sachen Absolut. Aber da ist halt auch das Problem, dass gym-bro Kultur HIIE/HIIT verquickt. High Intensity Intermittent Exercise vs. High Intensity Interval Training.
HIIE hat in der Grundidee Pausen und die Herzfrequenz/Zone als Grundlage. Weniger VO₂max/Fitness braucht weniger Anstrengung, um da anzukommen, und da sind 45 Minuten (20 Minuten Aktivität, 25 Minuten Pausen dazwischen) schon eher erreichbar.
Für Anfänger bietet sich auch MICE an, Moderate Intensity Continuing Exercise, also ohne große Pausen aber moderat.