Abendstimmung

Das Bild zeigt eine Hafenszene bei Nacht. Im Vordergrund ist ein ruhiges, spiegelndes Gewässer zu sehen, in dem sich die Lichter der Schiffe und der Uferpromenade widerspiegeln. Am Horizont ist eine Reihe von beleuchteten Schiffen zu erkennen, die eine imposante Silhouette vor dem bewölkten Nachthimmel bilden. Die Stimmung ist mystisch und atmosphärisch, mit den Kontrasten zwischen Licht und Schatten, Wasser und Himmel.

Heute Abend packe ich, denn morgen geht es schon vor 8 in Richtung Hamburg und von da nach Würzburg.

Ganz ehrlich, ich habe den Norden genossen. Auch das Wetter, die Gemütlichkeit und Gastlichkeit, wenn draußen der Sturm an den Fenstern rüttelt und der Regen gegen das Dach schlägt. Der deutsche Süden ist da, wie es so schön heißt, „staader“, leiser. Die Berge stehen da, es regnet, der Schnee fällt, die Gewalten sind eher zurückhaltend. Nicht so die See, sie ist wütend, und man merkt es. Irgendwie finde ich das schön.

Am Strand zu stehen, die Sterne zu zählen, und in der kalten Ostsee die ersten Lichter, die näher und näher kommen, und dann als großer Dampfer in die Trave einzubiegen … da schwingen schon etwas Fernweh, etwas Wehmut, und etwas Neid mit.

Morgen geht’s nach Würzburg (nicht meine Lieblingsstadt). Und dann am Mittwoch wieder nach München, wo gestern (zum Glück) das Oktoberfest geendet ist und hoffentlich wieder etwas Ruhe einkehrt. Die nächsten 30 Tage sind strikt durchgetaktet: aufstehen, zum Café joggen, Kaffee trinken und am Laptop arbeiten, heimlaufen, World of Warcraft bis zum Abendessen, dann Abendspaziergang, um auf 20k Schritte zu kommen, heim, WoW, Bett. Ja, Legion Remix ist hier, und Mikka kann’s nicht erwarten.

Mövenstein

Die offizielle Wissenschafts-Erklärung: Der Möwenstein ist ein Findling, vom Gletscher der letzten Eiszeit aus dem Norden hierher transportiert und dort abgelagert worden – ein bisschen wie ein geologisches Post-It, das uns sagt: „Hier war mal Bewegung im großen Eispaket.“

Die Mythen-Schicht darüber ist genauso großartig wie das Ding selbst. Eine alte Travemünder Sage erzählt von einem Riesen namens Möves oder Möwes, der an der Küste vor Travemünde große Steine ins Meer warf. Der Name des Steins erinnert direkt an diesen Mythos. Durch solche Sagen wird so ein harter Brocken plötzlich zu einem Teil der lokalen Identität – nicht nur ein Fels, sondern ein Charakter mit Ursprung in der Vorstellungswelt der Leute.

Kulturell ist der Möwenstein ebenfalls beachtlich: Thomas Mann setzt ihn in Buddenbrooks als romantischen Schauplatz ein, dort wo Tony Buddenbrook und Morten Schwarzkopf Zeit miteinander verbringen – was dem Stein eine literarische Aura verleiht, die über seine geologische Existenz hinausreicht.

Seit 1980 steht der Stein unter Naturschutz als Naturdenkmal – eine Art staatliche Erklärung, dass dieses Relikt der Erdgeschichte erhaltenswert ist. Dennoch sackt er langsam weiter ab, und es gibt Initiativen wie „Rettet den Mövenstein“, weil er ohne feste Gründung oder Bergung in absehbarer Zeit komplett im Meer verschwinden könnte. 

Heute ist der Möwenstein vor allem ein lokales Wahrzeichen entlang der Promenade: Man kann ihn beim Spaziergang sehen, es gibt Infotafeln, und er zieht Leute an, die auf Felsen starren oder darüber grübeln, wie ein Stein mehr Bedeutung bekommen hat, als er eigentlich verdient – so poetisch und absurd ist unsere Kulturlandschaft manchmal.

Travemünde

Ich geb’s ja zu: Ich kannte Travemünde bisher nur aus dem Otto-Sketch mit dem Casino. Unser Eintreffen drückte das Durchschnittsalter der anwesenden Touristen auch um geschätzte 50 Prozent, dafür war die Bedienung auch (ihre Worte) mal ganz froh, dass es nicht noch eine „Fritz und Liese aus Köln“ waren, die das überteuerte Bier leertranken.

Apropos überteuert: Hier muss sich in DE ganz dringend was ändern. Es kann nicht angehen, dass eine Zugreise in Deutschland plus Hotelzimmer für sechs Tage fast zweimal so teuer ist, wie eine Pauschalreise mit Flug nach Ägypten oder Fuerteventura. Schon aus Umweltschutzgründen muss der Urlaub zu Hause billiger werden. Scheiß auf die Dönerpreisbremse, wenn die, die Ubers Einführung in DE damals mit genau dem „Surge Pricing“ abgelehnt haben, sich heute so aktiv für fixe Bahnpreise und eine Hotelzimmerpreis-Bremse einsetzen würden, wäre schon viel gewonnen.

Ja, Travemünde ist „reiche Rentner“, aber genau da ist das Problem. Wenn Deutschland nur noch aus Kommunen für reiche Geriatriker besteht, dann wird der Flug nach Malle halt doppelt attraktiv. Und wenn Tourismusangebote ganz aktiv auf dem leisen Tourismus beharren, weil jüngere Menschen, Familien, Kinder, und (Odin forbid) paarungsbereite Jugendliche nicht so viel Geld dalassen, dann geht ziemlich viel Geld einfach in den Urlaub nach Sharm El-Sheikh und kommt nicht wieder.