Dec 15, 06:47 3 4

Hule: Threads

Twitter hatte ein paar Dinge, die irgendwann einmal in der Community entstanden sind, von der UI/UX nicht wirklich vorgesehen waren, und lange nur in den Clients und in Third Party apps wirklich Sinn machten. Zum Beispiel die @user Notation, Hashtags, und natürlich Threads.

Threads waren die Community-Antwort auf Twitter’s absolut wissenschafts- und diskussionsfeindlichen 280 Zeichen. Mit unter 1000 Zeichen kann keine freundliche Unterhaltung stattfinden, das System förderte Slogans und Proklamation über Daten und menschlichen Umgang miteinander auf Augenhöhe. Dieses eine Ding, die kurzen Statuse, waren (IMHO, aber nicht nur my humble opinion) der Grund für die Verrohung und den Rand-Drift der Plattform.

Sehr lange gab es nur die Nutzung von Drittdiensten wie Tweetlonger oder RiverTweet um das Ganze lesbar zu machen.

Mastodon, die am meisten genutzte Server-Software im Fediverse, hat einige dieser Probleme geerbt: die kurzen Statuse, und die nicht optimale Darstellung von Threads.

Im Fediverse helfen andere Reader-Frontends wie Phanpy oder Elk da extrem, auch einige Smartphone Apps machen das Lesen im Thread einfacher.

Dec 15, 06:51 1 2

Hule macht das ein bisschen anders: Threads sind in die UX direkt reingebacken. Der Nutzer kann ein Post als “Mutter” deklarieren, alle weiteren Post unter diesem werden im Fediverse als Kommentare auf die Mutter angezeigt, in Hule als ein “River” von Posts, der sich immer weiter nach unten ziehen kann, während neue Thread Posts angehängt werden.

Damit kann eines der besten Features auf Twitter, das Tweetorial, sehr einfach emuliert werden. Im Fediverse ist es ein Thread, der von Elk oder Phanpy (und vielen Smartphone Apps) prima als solcher angezeigt wird, auf der Seite ist es eine schöne Sammlung mit konsolidiertem Bild-Index und Kommentaren sowie Tags.

Dec 15, 06:54 3 1

Der Hule-Weg

Einstellungen für Threads und Posts

Und noch besser: auf Hule kann das Ganze zwischen Chronologisch und Invers-Chronologisch gezeigt werden. Stream of Thought (1-100) oder Stream of Events (100-1).

Wer zum Beispiel die WWDC Keynote oder ein Fußballspiel kommentieren will, macht das als “Event” und oben steht immer das Neueste. Wer ein Tweetorial (#feditorial) schreiben will, macht das als Thought, und das Ganze folgt als lesbares, lebendes Dokument.

In Action sieht man das übrigens auf dem Permalink zu diesem Post.

Bildverweise

Bild 1: Einstellungen für Threads und Posts

Teil 1: 1 Kommentar

@mikka
Ich weiß nicht, ob ich die Timeline richtig wiedergebe, aber Threads waren AFAIK die Antwort auf *140* Zeichen.
Das reichte im Englischen für ein paar schnippische Bemerkungen, aber im Deutschen meist nur für Steno-, Kommandoton oder Beleidigungen.

@schmidt_fu Du hast absolut Recht. Ich hab mal geschaut, und die erste Tweetlonger war lange vor den 280. Witzigerweise waren die 140 ja auch nur eine Antwort auf Twitter’s Ursprung als Twtr SMS App, wo mehr einfach nicht ging, und das wurde “aus Gründen” nie hochgeschraubt.

Teil 3: 1 Kommentar

Armin Hanisch
Armin Hanisch @Linkshaender@bildung.social
4 months, 1 week ago

@mikka Je mehr ich von Dir dazu lese, umso besser gefällt mir Hule! Ne dumme Frage: eine integrierte Suche gibt es noch nicht oder hatte ich nur zu wenig Koffein?

@Linkshaender Noch(!) nicht. Ich will das ordentlich machen, und da ist jetzt die Winterzeit perfekt um das auszubacken. Vielleicht so Anfang Januar mit der ersten public Beta auf jeden Fall.